In weiter Ferne

Caryl Churchill entwirft in drei spannenden, dichten Szenen ein politisches Horrorszenario, das dem Zuschauer Assoziationsräume in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eröffnet. Ob die Verschiebung von Wirklichkeit und Moral von privaten, religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Motiven ausgeht- das Ziel scheint dasselbe zu sein: Die Zerstörung der Erkenntnisfähigkeit des Individuums und die maximale Kontrolle und Funktionalisierung der einzelnen Menschen und der Natur. Joan, ein junges Mädchen, kann nicht schlafen, weil sie vor dem Haus ihrer ***** erschreckende Vorgänge beobachtet hat. Durch Harpers Lügen und Manipulation lernt sie, ihrer eigenen Wahrnehmung zu misstrauen und ein Geheimnis zu bewahren. Die am Kind ausgeübte psychische Gewalt schafft das Fundament für ein undurchschaubares totalitäres System, das in der zweiten Szene bereits voll etabliert ist. Joan arbeitet jetzt als Hutmacherin. Todd, ihr neuer Arbeitskollege, vermutet Korruption am Arbeitsplatz. Die beiden verlieben sich und wollen gemeinsam gegen diese Missstände vorgehen. Der Terror, an dem Joan und er durch ihre künstlerische Tätigkeit indirekt beteiligt sind, kann nicht mehr in Frage gestellt werden, da er längst Teil der neuen, im Sinne der totalitären Bewegung umgedeuteten Moral geworden ist. Im letzten Abschnitt des Stückes herrscht ein allumfassender globaler Krieg. Selbst die Natur ist daran beteiligt. Information ist überlebensnotwendig, da die Gruppierungen sich ständig ändern. Das Wetter ist auf Seiten der Japaner, Kinder unter fünf werden zu Todfeinden erklärt und wer nicht weiß auf wessen Seite die Rehe stehen, wird aus dem Familienverband ausgeschlossen. Isoliert, paranoid und gehorsam sollen sie sein, die Menschen. Doch dann findet Joan in der Mitte eines Flusses etwas längst Verlorengeglaubtes wieder. 06., 08., 09., 13.-16. und 20.-23.04.2016 20:00 Uhr Eine Eigenproduktion des Theater Nestroyhof Hamakom mit: Inge Maux, Johanna Wolff und Matthias Mamedof. Michaela Adelberger, Ammar Alabd Alhamid, Leopold Böhm, Andreas Brixler, Natalija Droste, Marco Daniele Driusso, Jacob Frank, Agnieszka Gegotek-Osuch, Anna Hönig, Andrzej Kieronski, Axelle Krieger-Ferrari, Wieslaw Dominik Krawczyk, Teo Maayan, Jasmina Pecik, Günter Schatzl, Grazyna Dorota Subocz, Ledio Shiroka, Markus Zizenbacher. Regie: Ingrid Lang Bühne: Peter Laher Kostüme: Peter Laher Licht: Harald Michlits Dramaturgie: Karl Baratta Musik: Karl Stirner Regieassistenz: Lisa Niederwimmer Kostümassistenz: Claire Blake, Sarah Todt

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